2020 ein „besonderes“ Jahr

Ja, wie soll man das noch schön umschreiben, das Jahr 2020 war wirklich ein „besonders“ Jahr. Es hatte seine Tiefpunkte, im Grunde kam es gar nie richtig in Gang, sondern hangelte sich von Notsituation zu Notsituation. Aber das sagen wir lieber nicht, wir sprechen nur von „besonderen“ Herausforderungen. Worte wie Tote, Krankheit, Einsamkeit, soziale Kälte, Pleiten und wirtschaftliche Ungerechtigkeiten sprechen wir nicht offen an, sondern verpacken sie in dem schönen Wort „besonders“. Damit verharmlosen wir die Situation und sprechen all jenen, die dieses Jahr Unglück, Verlust, Ungerechtigkeit und Trauer erlebt haben, die ohnmächtigen Gefühle ab und lassen sie mit ihrem Problem, mit ihren Sorgen alleine. Denn es war ja ein „besonderes“ Jahr und alle die, die damit kämpfen oder ihre Probleme haben, sind nicht in der Lage mit „besonderen“ Herausforderungen klar zu kommen. Was hält uns davon ab das Jahr so zu benennen wie es ihm gerecht wird? – Sie wissen schon, das Wort das mit B beginnt, sich aber mit zwei S schreibt.

Besondere Herausforderungen, fordert besondere Menschen

Dabei möchte ich nicht vergessen, dass in diesem besonderen Jahr 2020 auch viele Menschen Aussergewöhnliches geleistet haben. All jenen die es möglich machten, Homeoffice und Lockdown zu stemmen, wird viel zu wenig Dank und Lob zugestanden. Da gab es Menschen, die freiwillig und unentgeltlich an ihre Mitmenschen dachten. Sie sprangen ein für ältere Menschen, erledigten Einkäufe, übernahmen Ehrenämter, leisteten Einsätze die dazu beitrugen, dass die Wirtschaft trotz allem am Laufen blieb. Gesundheitspersonal, Postboten, Putzfrauen, LKW-Fahrer, Verkäufer und viele andere leisteten Überstunden für das Fortbestehen unseres Alltages. Auch all diesen Menschen wird man mit dem Wort „besonders“ nicht gerecht. Vielmehr sollten wir davon sprechen, dass ohne sie und ihren Einsatz, die Krise um ein Vielfaches schlimmer gewesen wäre.

CoSaVie – unser persönliches Jahr

Auch unsere Firma musste sich in der Krise beweisen. Wir hatten mit viel Initiative begonnen und waren im Frühling bereit mit den ersten Gruppenveranstaltungen zu starten. Dann kam das Verbot von Gruppenanlässen und die erste Welle von Terminverschiebungen brach über uns herein. Für ein junges Unternehmen ohne stabiles Netzwerk, nur mit ersten Interessenten, ist der Start denkbar schwer. Unser Kerngeschäft, Beratung von Personen und Gruppen vor Ort, war bis April verboten. Dennoch waren wir uns schnell einig, wir machen weiter, auch ohne Gelder aus der Staatskasse.

Unternehmenskrise eine gute Voraussetzung für Krisenberatung?

Aus der Krise um uns herum zogen wir unsere Motivation zum Weitermachen. Kaum etwas war und ist in der Krise so wichtig, wie die eigene Stabilität und die psychische Gesundheit. Unser Beratungsangebot, da sind wir sicher, ist wichtiger denn je. Selbst gesunde Menschen fühlen sich mit den neuen Regeln und Verboten zeitweise überfordert. Eine eigene Alltagsstruktur beizubehalten fällt schwer, wenn es den bekannten Alltag so nicht mehr gibt. Daher ist Unterstützung und Austausch in diesen Zeiten zentral. Auch wir möchten einen Beitrag dazu leisten, dass dieses „besondere“ (das richtige Wort bitte einsetzen) Jahr nicht in eine dauerhafte Abwärtsspirale führt. Wir möchten unterstützen damit der neue Alltag stabil und ausgeglichen erlebt werden kann.

Alles Online ist die Lösung?

Klar, kann Beratung auch Online stattfinden. Auch ein Austausch telefonisch und online ist möglich und doch stellten wir schnell fest, dass sich nur wenige Kunden dazu durchringen konnten, die Beratung Online anzunehmen. Nach wie vor halten wir an unserm Onlineangebot und der telefonischen Beratung fest. Ein Ersatz für die Eins zu eins Beratung wird es nicht sein. In der Gruppenberatung hat es sich allerdings unterdessen durchgesetzt. Der zeitliche Aufwand für den Umstieg auf unser Onlineangebot war hoch. Mit dieser Angebotsform ermöglichen wir es unseren Kunden jedoch den Alltag etwas einfacher und gelassener zu erleben. Das ist uns sehr wichtig.

Die Suche nach neuen Möglichkeiten

Viele Herausforderungen stehen uns noch bevor. Funktioniert Weihnachten, wenn die Familie nicht wie gewohnt zusammenkommen kann? Wie vermindern wir die Einsamkeit und soziale Isolation? Wie gelingt der Umgang mit der Angst von Jobverlust, sozialer Isolation und unsicherer Zukunft?

Ein sicheres Mittel, um all diesen Themen zu begegnen, ist Aufmerksamkeit. Gehen Sie auf alleinstehende Menschen zu, schreiben Sie einen Brief, hinterlassen Sie ein kleines Geschenk im Briefkasten oder rufen Sie einmal mehr an. Tanken Sie Energie bei Dingen die Ihnen Freude bereiten, gönnen Sie sich etwas auch im Alltag. Machen Sie Pausen und achten Sie darauf, dass Sie auch andere Themen berücksichtigen als nur Corona und die aktuelle Lage. Werden Sie kreativ und bauen Sie die digitalen Kommunikationsmöglichkeiten auch in Ihr Privatleben ein, denn ein Austausch ist wichtig, auch wenn er „nur“ online stattfindet. Wo Sie alleine an Grenzen stossen, holen Sie sich Unterstützung.

Dank und Mut für 2021

Wir haben in diesem besonderen Jahr, wie viele andere auch, Erfahrungen gesammelt. Es war viel Herausforderung dabei, aber es gab auch jene Momente die uns zeigten, dass es sich lohnt zu kämpfen. Wir sind noch immer darin einig, dass wir Menschen unterstützen möchten, ihnen Hilfe zur Selbsthilfe bieten und sie im Erleben einer Krise begleiten wollen. CoSaVie kann da beistehen, wo die normalen Lösungsstrategien nicht mehr funktionieren und es neue Wege zur Bewältigung braucht. Wir sind ihr Partner für Supervision, psychosoziale Beratung und Coaching im Aargau.

Hoffen wir, dass wir für 2021 den Mut finden, die Dinge so zu benennen wie sie sind und all jenen Rechnung zu tragen, die im Negativen wie im Positiven eine besondere Herausforderung erfahren. Ich wünsche Ihnen und uns allen, dass sich für 2021 in der Bilanz ein anderes Wort findet als, das mit den zwei S, – Sie wissen schon….

Vielen Dank an unsere Kunden, Unterstützer und Geschäftspartner für die Zusammenarbeit und das uns entgegengebrachte Vertrauen in diesem Jahr. Frohe Festtage und ein gutes, elanvolles neues Jahr wünscht Ihnen Ihr CoSaVie-Team.

Sarah Müller & Cornelia Amsler

CoSaVie GmbH – Ihr Partner für Supervision, Psychosoziale Beratung & Coaching in Oberentfelden, Aargau.